Kloster Sâmbăta de Sus: die Brâncoveanu-Stiftung in Siebenbürgen
Kloster Sâmbăta de Sus (Mănăstirea Sâmbăta de Sus), auch Kloster Brâncoveanu genannt, ist ein rumänisch-orthodoxes Kloster im Kreis Brașov bei Făgăraș (Fogarasch), am Fuß des Făgăraș-Gebirges. Fürst Constantin Brâncoveanu stiftete es um 1700; 1785 aufgelöst, wurde es im 20. Jahrhundert wiedererrichtet und ist heute der wichtigste orthodoxe Wallfahrtsort Siebenbürgens.
Ein Habsburger General sollte alle orthodoxen Klöster der Region auflösen, verschonte dieses aber 1761, wohl auf Fürsprache der Familie Brâncoveanu. Es überdauerte nur noch 24 Jahre.
Die Geschichte des Klosters Sâmbăta de Sus
Das Kloster liegt im Fogarascher Land, einer historischen Region zwischen dem Fluss Alt (Olt) und dem Făgăraș-Gebirge, die mehrheitlich von Rumänen bewohnt und daher ein Zentrum der orthodoxen Kirche in Siebenbürgen war. Klösterliches Leben ist hier seit Beginn des 17. Jahrhunderts belegt, ob an dieser Stelle jedoch schon früher eine Einsiedelei bestand, ist unter Historikern umstritten. 1654 kam das Dorf mit seinem Land in den Besitz der Familie Brâncoveanu, und zu Lebzeiten von Preda Brâncoveanu stand hier vermutlich eine Holzkirche.
Sein Enkel Constantin Brâncoveanu, Fürst der Walachei, besaß ebenfalls Güter nördlich der Karpaten. Um 1696 ließ er anstelle der älteren Holzkirche eine Kirche aus Stein und Ziegel errichten, und 1701 wird hier in einem aus Buzău überlieferten Triodion ein Kloster erwähnt. Er wollte unter anderem die orthodoxe Präsenz in Siebenbürgen gegen den katholischen Druck nach Beginn der habsburgischen Herrschaft stärken; zur gleichen Zeit entstand die rumänische griechisch-katholische Kirche. In Sâmbăta richtete er außerdem eine Schule für Sekretäre, eine Werkstatt für Freskenmalerei und eine kleine Druckerei ein. Brâncoveanu wurde 1714 in Konstantinopel hingerichtet und 1992 von der orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
Im 18. Jahrhundert wuchs der Druck auf die Mönche, sich der Union mit Rom anzuschließen. 1761 ließ General Adolf von Buccow orthodoxe Klöster der Region auflösen, doch Sâmbăta wurde verschont, wohl durch die Familie Brâncoveanu, und sein Ansehen wuchs als einziges orthodoxes Kloster im Fogarascher Land. Die Fresken im Innenraum entstanden 1766 durch die Maler Ionașcu und Pană. 1772 verlor die Familie das Gut wegen einer Schuld, und unter Kaiser Joseph II. löste ein Patent von 1782 Klöster auf, die nur dem beschaulichen Leben dienten. Im November 1785 wurde das Kloster aufgelöst. Die Kirche wurde schwer beschädigt, aber nicht abgerissen; im 19. Jahrhundert verfielen die Gebäude und wurden vom Wald überwuchert.
Nach der Vereinigung Siebenbürgens mit Rumänien sprach die Bodenreform von 1922 den Besitz dem Erzbistum Sibiu (Hermannstadt) zu. Metropolit Nicolae Bălan setzte sich für den Wiederaufbau ein, die Arbeiten an der Kirche begannen 1926. Durch die Wirtschaftskrise verzögert, wurden sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen, mit der Weihe am 15. August 1946. König Michael I., dessen Votivbild in der Kirche zu sehen ist, gilt als zweiter Stifter. Unter dem kommunistischen Regime mussten 1959 viele Mönche gehen, doch in den folgenden Jahrzehnten wurde weitergebaut, stets im Brâncoveanu-Stil, und 1993 wurde das Kloster neu eingeweiht. Kirche, Nebengebäude und Park stehen jeweils unter Denkmalschutz.
Kuriositäten rund um das Kloster Sâmbăta de Sus
- Das Kloster trägt das Patrozinium Mariä Himmelfahrt; der 15. August ist auch der Tag, an dem Constantin Brâncoveanu als Märtyrer gestorben sein soll.
- 1761 blieb Sâmbăta von einem Befehl zur Auflösung der orthodoxen Klöster der Region unberührt, wohl dank der Fürsprache der Familie Brâncoveanu.
- In der Kirche ist ein Votivbild von König Michael I. zu sehen, der als zweiter Stifter gilt. In den ersten Jahren des Kommunismus wurde es mit Kalk übertüncht und nach 1989 wieder sichtbar.
- Constantin Brâncoveanu richtete im Kloster eine Schule für Sekretäre, eine Freskenwerkstatt und eine kleine Druckerei ein.
- In den 1940er Jahren war Arsenie Boca Abt des Klosters, ein Theologe und Maler, an den man sich in Rumänien bis heute gut erinnert.
- Neben der Kirche entstanden beim Wiederaufbau zwei Seen, ein Blumengarten, Obstgärten und Alleen; der Park steht selbst unter Denkmalschutz.
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Kloster Sâmbăta de Sus besuchen: Das lohnt sich
- Hauptsehenswürdigkeit ist die im Brâncoveanu-Stil wiedererrichtete Kirche mit dem Votivbild von König Michael I. nahe dem Eingang.
- Zum Besuch gehört das Gelände: Alleen, ein Park, zwei Seen und Nebengebäude mit Holztoren und Wegkreuzen.
- Es ist ein lebendiges Kloster und ein orthodoxer Wallfahrtsort, daher sind angemessene Kleidung und ruhiges Verhalten üblich.
- Das Kloster Cârța liegt etwa 21 km entfernt, die Burg Făgăraș etwa 22 km und die Burg Poenari etwa 39 km; der Besuch lässt sich also gut mit anderen Zielen der Gegend verbinden.
- Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten, da sich die Besuchsregeln ändern können.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Kloster Sâmbăta de Sus
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Kloster Sâmbăta de Sus





Fragen
Wo liegt das Kloster Sâmbăta de Sus?
Es liegt im Dorf Sâmbăta de Sus im Kreis Brașov in Siebenbürgen, nahe der Stadt Făgăraș (Fogarasch) und den nördlichen Ausläufern des Făgăraș-Gebirges.
Wer hat das Kloster Sâmbăta de Sus gestiftet?
Constantin Brâncoveanu, Fürst der Walachei, ließ um 1696 eine Kirche aus Stein und Ziegel errichten; das Kloster ist 1701 belegt. Zuvor standen auf dem Gut der Familie Brâncoveanu bereits Holzkirchen.
Warum heißt es auch Kloster Brâncoveanu?
Es trägt den Namen der Familie Brâncoveanu, der Dorf und Land gehörten und die das Kloster stiftete. Ihr Einfluss soll es 1761 vor der Auflösung bewahrt haben.
Was geschah 1785 mit dem Kloster?
Es wurde im Zuge der Politik Kaiser Josephs II. gegen kontemplative Klöster aufgelöst. Die Kirche wurde schwer beschädigt, aber nicht abgerissen, die Gebäude verfielen später.
Wann wurde das Kloster Sâmbăta de Sus wiederaufgebaut?
Die Wiederherstellung begann 1926 unter Metropolit Nicolae Bălan, die Kirche wurde 1946 geweiht, weitere Arbeiten waren 1993 abgeschlossen.
Was gibt es in der Nähe des Klosters Sâmbăta de Sus zu sehen?
Das Kloster Cârța liegt etwa 21 km entfernt, die Burg Făgăraș etwa 22 km, die Burg Poenari etwa 39 km und die Kirchenburg Roșia etwa 40 km.
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