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Die Eisenbahnbrücke Anghel Saligny über die Donau bei Cernavodă
Modern & KunstDobrudscha und Schwarzes Meer

Anghel-Saligny-Brücke: der Stahlriese von 1895 über der Donau

Die Anghel-Saligny-Brücke, ursprünglich König-Karl-I.-Brücke, besteht aus zwei stählernen Fachwerk-Eisenbahnbrücken über die Donau und den Borcea-Arm bei Cernavodă in der Dobrudscha, Rumänien. Der Ingenieur Anghel Saligny entwarf sie, 1895 wurde sie eröffnet; sie verband Bukarest mit dem Schwarzmeerhafen Constanța und ist bis heute ein Wahrzeichen der frühen rumänischen Ingenieurkunst.

Bei ihrer Eröffnung 1895 war diese Eisenbahnbrücke über die Donau die längste Europas. Eine hartnäckige Legende lässt ihren Stahl aus Eiffels Werkstatt kommen, doch französische Fachleute haben sie widerlegt.

WoCernavodă, Kreis Constanța, an der Donau zwischen Muntenien und der Dobrudscha
ArtStählerne Fachwerk-Eisenbahnbrücke, 1890–1895, Baudenkmal
Ideal fürIndustriekultur, Ingenieurgeschichte und Blicke auf die Donau
AnreiseIn Cernavodă am rechten Ufer, gegenüber liegt Fetești am Borcea-Arm; die neuere Cernavodă-Brücke steht unmittelbar daneben

Die Geschichte der Anghel-Saligny-Brücke

Nachdem der nördliche Teil der Dobrudscha 1878 an Rumänien gefallen war, reichte die Bahn von Bukarest bis Fetești und die von Constanța bis Cernavodă, doch es gab keine Brücke über die Donau. Die nächste flussaufwärts war die Franz-Joseph-Brücke in Novi Sad, 955 km entfernt. Eine feste Querung sollte das rumänische Eisenbahnnetz ganzjährig mit dem Hafen Constanța verbinden, auch wenn Eisgang auf dem Fluss herrschte.

Die Regierung schrieb zunächst internationale Wettbewerbe für den Entwurf aus. Die Firma von Gustave Eiffel war an den Verhandlungen beteiligt, doch man einigte sich nicht, und die Aufgabe ging an die Rumänischen Eisenbahnen. Daraus entstand die Legende, der in Frankreich gefertigte Stahlüberbau sei nach Senegal gelangt und bilde dort die Faidherbe-Brücke in Saint-Louis. Neuere Untersuchungen französischer Fachleute haben die Geschichte als falsch erwiesen, doch sie wird in Senegal-Reiseführern bis heute wiederholt.

Entwurf und Bauleitung lagen beim rumänischen Ingenieur Anghel Saligny; die Arbeiten begannen 1890 im Beisein von König Carol I. Die Anlage bestand aus drei Teilen: der Brücke über die Donau, einem langen Viadukt über die sumpfige Insel Balta Ialomiței und der Brücke über den Borcea-Arm. Mit den Zufahrtsviadukten maß sie 4087,95 Meter, und ihre Hauptöffnung von 190 Metern war die größte auf dem europäischen Festland. Die Brücke liegt etwa 30 Meter über dem Wasser, damit auch Schiffe mit hohen Masten darunter hindurchfahren können.

Technisch war sie ein Meilenstein. Verwendet wurden weicher Flussstahl statt Puddeleisen und das Gerber-Auslegersystem, eine wirtschaftliche Lösung für weite Spannweiten. Die Pfeiler mussten bis zu 31 Meter tief auf Fels gegründet werden. Am Ende bei Cernavodă erinnern zwei Bronzesoldaten des französischen Bildhauers Léon Pilet an die Helden des Unabhängigkeitskriegs. Eingeweiht wurde die Anlage im September 1895; zur Probe überquerte ein Zug aus Lokomotiven die Brücke, während Saligny in einem Boot unter ihr wartete.

Die Weltkriege gingen an der Brücke nicht spurlos vorüber. Im Oktober 1916 erhielten die zurückweichenden rumänischen Truppen den Befehl, eine der beiden Brücken zu zerstören: Die Donaubrücke wurde beschädigt und von der deutschen Firma MAN wieder aufgebaut, die Borcea-Brücke dagegen zerstört und durch eine neue Konstruktion auf den erhaltenen Pfeilern ersetzt, fertig 1921. 1941 beschädigten sowjetische Luftangriffe die Brücke; die Reparatur dauerte rund vier Monate. In den 1960er-Jahren trat an die Stelle des Viadukts über Balta Ialomiței ein Damm, und 1987 eröffnete daneben eine neue kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke, die der alten Brücke nach fast einem Jahrhundert die Rolle als Hauptquerung abnahm.

Kuriositäten rund um die Anghel-Saligny-Brücke

  • Die Brücke trug ursprünglich den Namen König Karls I.; in der kommunistischen Zeit wurde sie nach ihrem Ingenieur umbenannt.
  • Die Legende, ihr Stahl sei im Senegal wiederverwendet worden, haben französische Fachleute widerlegt; in Reiseführern taucht sie dennoch weiter auf.
  • Die beiden Bronzefiguren der Dorobanți (Infanteristen) am Ende bei Cernavodă wurden in Lyon in drei Teilen gegossen und vor Ort zusammengesetzt. Der König selbst wählte das Modell aus fünf Miniaturen.
  • Der Dorobanț auf der Nordseite trägt die Signatur des Bildhauers Léon Pilet und die Jahreszahl 1895.
  • Bei der Einweihung, nachdem der letzte Niet, ein silberner, eingeschlagen war, stand Saligny mit den Vorarbeitern in einem Boot unter der Brücke, um für ihre Festigkeit einzustehen.
  • Der Oberbau gehörte zu den ersten, die aus Siemens-Martin-Stahl hergestellt wurden.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Anghel-Saligny-Brücke besuchen: Das lohnt sich

  • Die bekanntesten Aussichtspunkte liegen rund um Cernavodă, wo das alte Stahlfachwerk und die neuere Brücke nebeneinander stehen.
  • Die beiden Bronzesoldaten von Léon Pilet am Ende bei Cernavodă sind der wichtigste Schmuck der Brücke.
  • Die benachbarte Cernavodă-Brücke, wenige Dutzend Meter flussaufwärts, gehört zur selben Geschichte und ist ebenfalls auf dieser Website beschrieben.
  • Capidava ist etwa 18 km entfernt, Tropaeum Traiani etwa 27 km; die Brücke passt also gut in einen Tag mit Zielen in der Dobrudscha.
  • Die Brücke ist ein Eisenbahnbauwerk, Zugang und Nutzung der alten Brücke können sich ändern; erkundigen Sie sich vor Ort nach der aktuellen Lage.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Anghel-Saligny-Brücke

Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Fotos: Anghel-Saligny-Brücke

Die Anghel-Saligny-Brücke bei Cernavodă, 2010
Foto: Leontin l, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons
Ein Pfeiler der Anghel-Saligny-Brücke
Foto: Bogdangiusca (talk) (Uploads), CC BY-SA 3.0, über Wikimedia Commons
Die Anghel-Saligny-Brücke, von der benachbarten Cernavodă-Brücke aus gesehen, Ansicht 1
Foto: Joe Mabel, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons
Die Anghel-Saligny-Brücke, von der benachbarten Cernavodă-Brücke aus gesehen, Ansicht 2
Foto: Joe Mabel, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons
Die Anghel-Saligny-Brücke, von der benachbarten Cernavodă-Brücke aus gesehen, Ansicht 3
Foto: Joe Mabel, CC BY-SA 4.0, über Wikimedia Commons

Fragen

Wo liegt die Anghel-Saligny-Brücke?

Sie überquert die Donau bei Cernavodă im Kreis Constanța und verbindet Muntenien mit der Dobrudscha. Auf der anderen Seite des Borcea-Arms liegt Fetești.

Wer hat die Anghel-Saligny-Brücke gebaut?

Sie wurde unter dem rumänischen Ingenieur Anghel Saligny zwischen 1890 und 1895 entworfen und gebaut. Ausländische Firmen wie Fives-Lille, Schneider-Creusot und Cockerill waren an der Ausführung beteiligt.

War die Anghel-Saligny-Brücke die längste Brücke Europas?

Bei ihrer Fertigstellung 1895 war sie mit 4087,95 Metern Gesamtlänge samt Viadukten nach englischen und deutschen Quellen die längste Brücke Europas. Die Hauptöffnung von 190 Metern war die größte auf dem europäischen Festland.

Stimmt es, dass die Brücke von Gustave Eiffel stammt?

Nein. Eiffels Firma war an frühen Verhandlungen beteiligt, doch der Entwurf ging an die Rumänischen Eisenbahnen unter Saligny. Auch die Geschichte vom Stahl im Senegal ist falsch.

Wird die Anghel-Saligny-Brücke noch genutzt?

Der Hauptverkehr verlegte sich 1987 auf die neue Cernavodă-Brücke. Die alte Brücke wurde aus dem regulären Betrieb genommen, doch ihre erneute Nutzung während Arbeiten an der neuen wurde erwogen.

Was gibt es in der Nähe der Anghel-Saligny-Brücke zu sehen?

Die Cernavodă-Brücke steht unmittelbar daneben. Capidava liegt etwa 18 km entfernt, Tropaeum Traiani etwa 27 km und der Genuesische Leuchtturm etwa 55 km.

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