Burg Rosenau: die Fliehburg über dem Burzenland
Burg Rosenau (Cetatea Râșnov) ist eine mittelalterliche Fliehburg auf einem Felshügel südlich der Stadt Râșnov, etwa 15 km südwestlich von Kronstadt (Brașov) in Siebenbürgen. Sie bot Städtern und Dorfbewohnern Schutz vor Überfällen und ist heute eine der besterhaltenen Wehranlagen der Region, mit Museum, berühmtem Brunnen und weitem Blick.
Die Menschen von Râșnov und der Nachbardörfer suchten hier nicht nur kurz Schutz: Sie mussten jahrzehntelang bleiben und machten die Burg zur zweiten Heimat, mit Schule, Kapelle und über dreißig Häusern.
Die Geschichte der Burg Rosenau
Archäologische Untersuchungen zeigen, dass der Hügel schon lange vor dem Mittelalter befestigt war; es gibt Spuren aus vorgeschichtlicher und dakischer Zeit. Die erste mittelalterliche Burg soll zwischen 1211 und 1225 entstanden sein, als der Deutsche Orden im Burzenland herrschte, auch wenn die Archäologie dies nicht bestätigt. Die ältesten erhaltenen Bauteile werden ins 14. Jahrhundert datiert. Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1335: Bei einem Tatareneinfall, der das ganze Land verwüstete, blieben nur Kronstadt und Râșnov unbezwungen. Die Lage war entscheidend, denn die Heere, die durch den Törzburger Pass kamen, zogen auf dem Weg nach Kronstadt durch Râșnov.
Die Burg war eine Fliehburg für die Bürger der Stadt und für Dorfbewohner aus Orten wie Cristian und Ghimbav. Einheimische Rumänen und Sachsen stellten jeweils die gleiche Zahl an Verteidigern. 1421 wurde sie erstmals von einem osmanischen Heer belagert und hielt stand, worauf die Osmanen weiterzogen und Kronstadt plünderten; weitere Belagerungen folgten, darunter 1436 und 1441, ebenfalls ohne Erfolg. 1427 besuchte Kaiser Sigismund von Luxemburg die Burg, unterstellte sie der örtlichen Gemeinschaft und erhob den Ort in den Rang eines Marktfleckens. 1600 zog sich Michael der Tapfere nach der Niederlage bei Mirăslău mit seinen Truppen und seiner Frau Stanca hierher zurück.
Nur ein einziges Mal fiel die Burg. 1612 zog Gabriel Báthory, Fürst von Siebenbürgen, gegen die Sachsen zu Felde. Seine Kanonen richteten nur geringen Schaden an, doch seine Truppen besetzten den Osthang und schnitten die Verteidiger von der verborgenen Quelle ab, aus der sie ihr Wasser bezogen. Am 3. April übergaben die Vertreter der Gemeinde die Burg unter der Bedingung, dass ihre Privilegien geachtet und keine fremde Besatzung einquartiert würde; schon am nächsten Tag vertrieb Báthory die Einwohner. 1613 erhielt Râșnov die Burg zurück. Die Lehre war klar: Ab 1623 wurde in der Mitte der Burg ein tiefer Brunnen in den Fels getrieben.
Auch spätere Jahrhunderte brachten Not. Ein Brand 1718 beschädigte die Burg, ein Erdbeben 1802 setzte ihr erneut zu, 1821 fanden hier Flüchtlinge aus der Walachei Zuflucht, und 1848–1849 suchten die Einwohner noch einmal Schutz, als ungarische Revolutionäre und kaiserliche Truppen durch die Stadt zogen; es war das letzte Mal, dass die Burg als Zuflucht diente. 1850 wurde sie aufgegeben und verfiel, nur ein einziger Wächter blieb, der bei einem Brand die Glocke läuten musste. Eine erste, bescheidene Restaurierung folgte 1955–1956. Arbeiten zwischen 2000 und 2007 bauten Teile der Reste neu auf; 2008 übernahm die Stadt das Gelände zurück, und die weiteren Arbeiten wurden besser beaufsichtigt.
Kuriositäten rund um die Burg Rosenau
- Einer Legende nach gruben zwei türkische Gefangene den Brunnen, denen die Freiheit versprochen worden war; sie arbeiteten 17 Jahre und schrieben Koranverse an die Wände. Die rumänische Wikipedia fügt hinzu, dass den Brunnen in Wirklichkeit sächsische Handwerker im Auftrag der Stadt anlegten, die Geschichte ist also Folklore.
- Die Burg hat keine eigene Quelle. In Kriegszeiten schlichen die Menschen nachts durch das Haupttor und holten Wasser aus einer Quelle, die nur sie kannten.
- Im Juli 2001 wurde neben einem der Steintürme am Eingang ein verborgener Schatz gefunden: Werkzeuge, Schnallen und Pfeilspitzen, drei Zinnkrüge, einer mit der Jahreszahl 1600 auf dem Deckel, sowie 416 Silbermünzen aus den Jahren 1509 bis 1610.
- Alte Einwohner von Râșnov glauben, auf dem Grund des Brunnens liege ein mindestens 300 Jahre alter Schatz, doch Kletterer, die ihn genau untersucht haben, fanden keine Spur davon.
- Der Innenhof hat gepflasterte Pfade zwischen ziegelgedeckten Häusern. Die Dachziegel auf Türmen und Mauern sollten verhindern, dass Brandpfeile die Bauten in Flammen setzen.
- In Râșnov findet ein Festival des historischen Films mit Vorführungen, Büchermarkt und Konzerten statt.
Filme, die auf der Burg Rosenau gedreht wurden
Die rumänische Wikipedia berichtet, dass auf der Burg Szenen mehrerer Filme gedreht wurden. Zwei davon sind genau genug benannt, um sie hier aufzuführen.
- Nemuritorii (1974) – Mehrere Einstellungen dieses Films von Sergiu Nicolaescu wurden auf der Burg gedreht.
- Cold Mountain (2002) – Die amerikanische Produktion mit Jude Law und Nicole Kidman wurde 2002 in der Gegend von Râșnov gedreht; einige Szenen entstanden auf der Bauernburg.
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Burg Rosenau besuchen: Das lohnt sich
- Gehen Sie über die gepflasterten Pfade des Innenhofs, wo die Ruinen einer Schule, einer Kapelle und von mehr als dreißig Zufluchtshäusern zwischen ziegelgedeckten Gebäuden stehen.
- Suchen Sie den Brunnen in der Mitte der Burg und die Reihe der Türme und Gänge an der stärker gefährdeten Ostseite.
- Ein kleines Museum für feudale Kunst zeigt Fotokopien von Dokumenten, Waffen, Werkzeuge, Stempel und Gegenstände aus der Ortsgeschichte.
- Felsen von rund 150 m schützen die Burg auf drei Seiten, die Aussichtspunkte bieten daher weite Blicke auf die Stadt und die Berge.
- Die Zugangsregelungen können sich ändern; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Rosenau
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Burg Rosenau



Fragen
Was ist die Burg Rosenau (Râșnov)?
Es ist eine mittelalterliche Fliehburg, in der Städter und Dorfbewohner bei Angriffen Schutz suchten. Sie steht auf einem Felshügel in Râșnov im Kreis Brașov.
Wo liegt die Burg Rosenau?
Sie liegt auf einem Hügel südlich der Stadt Râșnov, etwa 15 km südwestlich von Kronstadt, an der alten Straße durch den Törzburger Pass.
Wann wurde die Burg Rosenau gebaut?
Eine erste Burg soll zwischen 1211 und 1225 entstanden sein, was die Archäologie nicht bestätigt. Die ältesten erhaltenen Bauteile stammen aus dem 14. Jahrhundert, die erste Urkunde von 1335.
Wurde die Burg Rosenau je erobert?
Nur einmal, 1612, als Truppen von Gabriel Báthory die Verteidiger von ihrer verborgenen Wasserquelle abschnitten. Der danach gegrabene Brunnen beseitigte diese Schwäche.
Was erzählt die Legende vom Brunnen?
Zwei türkische Gefangene sollen den Brunnen 17 Jahre lang gegraben haben, um ihre Freiheit zu erlangen, und Koranverse an die Wände geschrieben haben. Eine andere Darstellung nennt sächsische Handwerker im Auftrag der Stadt.
Was gibt es in der Nähe der Burg Rosenau zu sehen?
Kronstadt liegt etwa 15 km entfernt; Schwarzer Turm, Katharinentor und Schei-Tor dort sind etwa 11 km von der Burg entfernt. Das Schloss Cantacuzino liegt etwa 20 km entfernt.
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