Holzkirche der Heiligen Erzengel in Rogoz, UNESCO-Welterbe
Die Holzkirche von Rogoz (Biserica de lemn Sf. Arhangheli) ist eine der acht Holzkirchen der Maramureș auf der UNESCO-Welterbeliste. Sie steht im Dorf Rogoz im Lăpuș-Tal in Nordsiebenbürgen und lohnt den Abstecher wegen ihres Schindeldachs, des schlanken Turms und der leuchtenden Malereien von 1785.
Die UNESCO-Kirche von Rogoz steht nicht dort, wo sie gebaut wurde: 1883 versetzte man sie, und durch ein kleines rundes Fenster im Altarraum fällt nur etwa 30 Minuten lang Sonne, Anfang August.
Die Geschichte der Holzkirche von Rogoz
Die Kirche gehört zum Lăpuș-Tal, einer Hügellandschaft im Westen der historischen Maramureș, die auf Rumänisch Țara Lăpușului heißt. Die örtliche Überlieferung datiert den Bau auf das Jahr 1663; glaubwürdig macht das eine undatierte Inschrift am Eingang, die an den Tatareneinfall von 1661 und die Jahre der Verschleppung erinnert. Die Dorfbewohner selbst sollen die Kirche anstelle einer älteren errichtet haben, die in jenem Einfall zerstört wurde. Die Zimmerleute arbeiteten nach alter Art: behauene Balken auf einem Sockel aus Steinblöcken und Kieseln, ohne Metallnägel zusammengefügt.
Bald darauf überstand das Gebäude eine weitere Bedrohung. Eine aufgemalte Inschrift im Inneren erinnert an das schreckliche Jahr 1717, als die Tataren erneut kamen; die Kirche blieb verschont. 1785 wurde der Innenraum ausgemalt. Eine Inschrift beim Altar nennt die Maler Radu Munteanu aus Ungureni und Nicolae Man aus Poiana Porcului und besagt, dass die Arbeit zur Zeit Kaiser Josephs II. entstand und von einem Gemeindemitglied, Man Grigorie, und seiner Frau Ioana bezahlt wurde. Eine zweite Inschrift im Kirchenschiff hält fest, dass die Maler am 10. Juni begannen und am 11. September fertig waren. Die Szenen sind mit kyrillischen Buchstaben beschriftet, die damals im kirchlichen Schriftgebrauch noch üblich waren.
1834 wurde die Kirche verändert. Im Westen des Kirchenschiffs entstand eine Empore, deren Brüstung im selben Jahr bemalt wurde; die Fenster des Schiffs wurden verändert, und die Decke des Vorraums sowie das Gewölbe des Schiffs wurden von einem unbekannten Künstler neu bemalt. Auch der Standort wechselte. 1883 wurde die Kirche aus dem einige Kilometer östlich gelegenen Dorf Suciu de Sus in das Zentrum von Rogoz versetzt, wo bereits eine Paraskeva-Kirche von 1701 stand. 1960 bis 1961 wurde das Gebäude umfassend renoviert, und im Dezember 1999 wurde es zusammen mit sieben weiteren Holzkirchen der Maramureș in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen.
Der Grundriss ist ungewöhnlich: ein polygonaler Vorraum mit Zugang von Süden, ein rechteckiges Kirchenschiff und ein schmalerer, siebenseitiger Altarraum. Das Dach hat weite Traufen und ist leicht asymmetrisch, sodass es auch den Gedenktisch der Ahnen an der Nordwand überdacht. Das geschnitzte Seilmotiv zieht sich an der Südfassade entlang, um das Portal und über die Balken im Inneren. Über dem Vorraum erhebt sich der quadratische Glockenturm mit offener, vorkragender Glockenstube, hohem Pyramidendach und kleinen Ecktürmchen. Nach den Quellen ist das Holz Ulme; der Überlieferung zufolge stammt es ganz von zwei riesigen Bäumen auf dem Hügel Dealul Popii.
Kuriositäten rund um die Holzkirche von Rogoz
- 1883 wurde die Kirche von Suciu de Sus in das Zentrum von Rogoz versetzt; ihr heutiger Standort ist also nicht der, für den sie gebaut wurde.
- Der Altarraum hat ein kleines rundes Fenster. Laut englischsprachigen Quellen fallen die Sonnenstrahlen zwischen dem 1. und 15. August etwa 30 Minuten lang hindurch.
- Das gesamte Bauwerk besteht aus verzapften Balken ohne Metallnägel und ruht auf einem Sockel aus Steinblöcken und Kieseln.
- Der Überlieferung nach stammt das gesamte Ulmenholz von nur zwei riesigen Bäumen auf dem Hügel Dealul Popii.
- Das Dach ist absichtlich asymmetrisch, etwa 1,20 m aus der Achse versetzt, um den langen Ahnentisch („masa moșilor“) an der Nordfassade zu überdecken.
- Die Traufe ruht auf Konsolen in Form von Pferdeköpfen, und die Balken unter der Traufe haben gekerbte Kanten.
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Die Holzkirche von Rogoz besuchen: Das lohnt sich
- Außen fallen die weiten Schindeltraufen, das geschnitzte Seilmotiv um das Spitzbogenportal und die Pferdekopf-Konsolen auf.
- Der Turm ist das bekannteste Merkmal: eine quadratische Glockenstube mit offenen Bögen auf Pfosten, darüber ein hohes Pyramidendach und vier Eckturmchen.
- Im Inneren sind Wände und Gewölbe mit den Malereien von Radu Munteanu und Nicolae Man aus dem Jahr 1785 bedeckt, mit dicken, gleichmäßigen Linien und leuchtenden Farben. Einige Szenen sind nur fragmentarisch erhalten.
- Das Dorf liegt im Lăpuș-Tal, abseits des meistbesuchten Teils der Maramureș. Die Kirche von Budești Josani ist rund 28 km entfernt, die Kirchen von Ieud und Desești etwa 33 bis 34 km.
- Ob das Innere an einem bestimmten Tag geöffnet ist, geben die Quellen nicht an; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Holzkirche von Rogoz
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Holzkirche von Rogoz

Fragen
Wo liegt die Holzkirche von Rogoz?
Sie steht im Dorf Rogoz im Lăpuș-Tal im Kreis Maramureș in Nordsiebenbürgen. Das Lăpuș-Gebiet liegt etwas abseits der Täler der historischen Maramureș.
Ist die Holzkirche von Rogoz UNESCO-Welterbe?
Ja. Sie ist eine von acht Holzkirchen der Maramureș, die im Dezember 1999 in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen wurden.
Wann wurde die Kirche von Rogoz gebaut?
Die Überlieferung nennt 1663, gestützt durch eine Inschrift am Eingang, die an den Tatareneinfall von 1661 erinnert. Die Quellen weichen beim genauen Jahr leicht voneinander ab; gemeint ist die Mitte des 17. Jahrhunderts.
Wurde die Kirche versetzt?
Ja. 1883 kam sie aus Suciu de Sus ins Zentrum von Rogoz. Die Innenmalereien sind älter und stammen von 1785.
Wer hat die Malereien im Inneren geschaffen?
Radu Munteanu aus Ungureni und Nicolae Man aus Poiana Porcului malten sie 1785, wie kyrillische Inschriften belegen.
Was gibt es in der Nähe der Kirche von Rogoz zu sehen?
Weitere Holzkirchen sind erreichbar: Budești Josani etwa 28 km entfernt, Ieud und Desești in rund 33 bis 34 km.
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