Holzkirche von Desești: die bemalte UNESCO-Kirche der Maramureș
Die Holzkirche von Desești (Biserica de lemn din Desești), der heiligen Paraskeva geweiht, ist eine rumänisch-orthodoxe Kirche in der Gemeinde Desești im Kreis Maramureș. Um 1770 erbaut und 1780 ausgemalt, gehört sie zu den acht Holzkirchen der Maramureș im UNESCO-Welterbe; ihre Wandmalereien bedecken jede Wand des Innenraums.
In der Maramureș nennen die Einheimischen den Vorraum der Holzkirchen „Frauenkirche“, und der Maler von Desești füllte die Höllenszene mit Personifikationen von Faulheit, Tod, Pest und Hunger.
Die Geschichte der Holzkirche von Desești
Die Paraskeva-Kirche von Desești gehört zu der Gruppe von Holzkirchen, die die Maramureș berühmt gemacht haben. Im Dezember 1999 wurde sie zusammen mit sieben weiteren Holzkirchen des Kreises in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen; zugleich steht sie in Rumänien unter Denkmalschutz. Fachleute beschreiben sie als eines der charakteristischen Denkmäler der Maramureș des 18. Jahrhunderts.
Das Baujahr ist umstritten. Der griechisch-katholische Vikar der Maramureș, Tit Bud, hielt fest, die Kirche sei 1770 erbaut worden, dasselbe Jahr schlägt der Forscher Joby Patterson vor. Der Historiker Marius Porumb setzt sie in die Mitte des 18. Jahrhunderts, Alexandru Baboș datiert sie auf 1780. Da Wandmalereien und Ikonostase 1780 entstanden, wurde die Kirche wohl einige Jahre vor ihrer Ausmalung errichtet.
Der Schmuck ist der große Schatz der Kirche. Inschriften in der Altarapsis und im Vorraum nennen den Maler Radu Munteanu, der aus dem Dorf Ungureni im Lăpuș-Gebiet stammte, sowie einen zweiten Maler, Gheorghie. Eine Inschrift von 1780 besagt, dass „die Hausherren des Dorfes“, also die führenden Dorfbewohner, die Bemalung der Vorhalle bezahlten; eine weitere über der Ikonostase hält fest, dass die Familie eines Priesters dafür fünfunddreißig Gulden zahlte, zum ewigen Gedenken. Die Ikonostase wird aus stilistischen Gründen Alexandru Ponehalschi zugeschrieben, einem Wandermaler, dessen Tätigkeit ab 1751 belegt ist. Dass zwei der bekanntesten Maler der Maramureș in derselben Kirche arbeiteten, macht Desești besonders bedeutend.
Heute bewahrt die Kirche vierzehn Ikonen auf Holz, eine davon aus dem 17., die übrigen aus dem 18. Jahrhundert. Das älteste Paar von 1752 gehörte wohl zur früheren Kirche, und Ponehalschi malte 1778 ein weiteres Paar. Das Gebäude war bis 1948 eine griechisch-katholische Kirche, dann ging es an die Rumänisch-Orthodoxe Kirche über; die griechisch-katholische Kirche erhebt weiter Anspruch darauf. Umfangreiche Restaurierungen von Architektur und Wandmalereien fanden 1996, 1997 und 1998 statt, kurz vor der Aufnahme in die UNESCO-Liste.
Kuriositäten rund um die Holzkirche von Desești
- In den Holzkirchen der Maramureș nennen die Einheimischen den Vorraum „Frauenkirche“, weil die Frauen von dort aus dem Gottesdienst folgen. In Desești ist hier auch das Jüngste Gericht gemalt.
- Die Höllenszene in Desești erstreckt sich über drei Wände. Ein Feuerfluss strömt unter Christi Füßen in den Rachen des Ungeheuers Leviathan, darüber sitzen Faulheit, Tod, Pest und Hunger, die derselbe Maler später 1785 in Rogoz wiederholte.
- Eine Szene in der Hölle trägt die Inschrift „das Mädchen, das am Sonntag schläft“, ein Zeichen dafür, wie offen die Wandbilder eine moralische Lehre predigen.
- Im Kirchenschiff laufen fünf Szenen aus der Genesis am Gewölbeansatz entlang, und der Passionszyklus umfasst sechzehn Szenen, den detailliertesten Teil der Malerei.
- Die Ikonostase ist direkt auf die Ostwand des Kirchenschiffs gemalt und steigt in drei Registern bis zum Gewölbe auf; in der untersten Reihe hängen nur vier bewegliche Ikonen.
- Radu Munteanus frühestes bekanntes Werk ist eine Ikone der Märtyrerin Paraskeva von 1754 in Sălnița, und eine Paraskeva-Ikone vom Ende des 18. Jahrhunderts war wohl die Patronatsikone der Kirche.
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Holzkirche von Desești besuchen: Das lohnt sich
- Die Wandmalereien sind die Hauptattraktion; sie sind auf allen Wänden der drei Räume gut erhalten: Vorraum, Kirchenschiff und Altarapsis.
- Achten Sie im Vorraum auf das Jüngste Gericht mit Christus als Richter an der Ostwand, den Aposteln und posaunenden Engeln sowie auf die lange Höllenszene.
- Das Kirchenschiff stellt Szenen des Alten Testaments aus der Genesis den Wundern, Gleichnissen und der Passion des Neuen Testaments gegenüber, in stark moralisierendem Geist; an der Westwand steht ein großer Stammbaum der Patriarchen.
- Weitere Holzkirchen liegen in der Nähe: die Kirche von Budești Josani etwa 9 km entfernt, die Kirche von Bârsana etwa 16 km, der Stephansturm etwa 24 km und das Kloster Săpânța-Peri etwa 26 km.
- Die Quellen sagen nicht, wie Besuche organisiert sind; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Holzkirche von Desești
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Holzkirche von Desești





Fragen
Wo liegt die Holzkirche von Desești?
Sie steht in der Gemeinde Desești im Kreis Maramureș im Norden Rumäniens. Die Kirche von Budești Josani liegt rund 9 km entfernt.
Ist die Holzkirche von Desești UNESCO-Welterbe?
Ja. Im Dezember 1999 wurde sie mit sieben weiteren Holzkirchen der Maramureș in die UNESCO-Liste aufgenommen.
Wann wurde die Holzkirche von Desești gebaut?
Die meisten Quellen nennen 1770, sie wird aber auch auf die Mitte des 18. Jahrhunderts oder auf 1780 datiert. Wandmalereien und Ikonostase entstanden 1780.
Wer hat die Kirche von Desești ausgemalt?
Die Wandmalereien sind von Radu Munteanu und einem zweiten Maler, Gheorghie, bezeichnet. Die Ikonostase wird stilistisch Alexandru Ponehalschi zugeschrieben.
Was ist im Inneren der Kirche besonders?
Jede Wand der drei Räume ist bemalt. Höhepunkte sind das Jüngste Gericht samt Höllenszene im Vorraum und der Passionszyklus im Kirchenschiff.
Welche Orte liegen in der Nähe der Kirche von Desești?
Die Kirche von Budești Josani liegt etwa 9 km entfernt, Bârsana etwa 16 km, der Stephansturm etwa 24 km und das Kloster Săpânța-Peri etwa 26 km.
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