Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei: der Stammsitz in Ruinen
Die Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei (Schomlenmarkt, ungarisch Szilágysomlyó), auch Báthory-Festung genannt, ist die Ruine einer mittelalterlichen Burg im Kreis Sălaj im Nordwesten Rumäniens. Sie war der Stammsitz der ungarischen Familie Báthory, und ihre Reste lohnen einen Halt für alle, die der Geschichte der Fürsten Siebenbürgens folgen.
Die Stammburg einer Familie, die Siebenbürgen mehrere Fürsten und Polen einen König gab, ist heute nur noch an einigen Türmen und Bastionen in einer ruhigen Stadt im Kreis Sălaj zu erkennen.
Die Geschichte der Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei
Die Hügel um Șimleu waren schon lange bedeutend, bevor hier eine Burg stand. Vor der römischen Eroberung Dakiens bildeten sieben dakische Festungen, teils mit Siedlungen, einen Bogen um die Hügel und überwachten den Salzweg in Richtung Pannonien. Viel später deuten zwei Schatzfunde von 1797 und 1889 aus dem 4. und 5. Jahrhundert auf die Anwesenheit ostgermanischer, vermutlich gepidischer Gruppen hin. Die Gegend war also schon lange vor dem Mittelalter ein Knotenpunkt.
Die Burg gehört ins Mittelalter und zur Familie Báthory, die Șimleu zu ihrem Stammsitz machte. Die Festung wird erstmals 1319 erwähnt, und die Stadt erscheint in mittelalterlichen Urkunden unter dem Namen Wathasomlyowa, der „Watas Berg“ bedeuten soll. Nach der Niederlage bei Mohács 1526 zerfiel das Königreich Ungarn, und Șimleu wurde Teil des Fürstentums Siebenbürgen. In dieser Zeit stiegen Mitglieder der Familie sehr hoch auf: Stephan Báthory (1533–1586) wurde Fürst von Siebenbürgen, dann König von Polen und Großfürst von Litauen, und sein Verwandter Christoph war von 1576 bis 1581 Woiwode von Siebenbürgen.
In den 1590er-Jahren änderte sich die Lage. 1592 errichteten die Báthorys ein Herrenhaus in der Stadt, und die alte Burg wurde verlassen. 1600 nahm der kaiserliche General Giorgio Basta das Herrenhaus Sigismund Báthory ab. Andreas Báthory, ein Kardinal, war 1599 Fürst von Siebenbürgen, und Sophia Báthory, die 1680 starb, gilt als bedeutendes Mitglied der Șimleuer Linie der Familie. Später litt die Stadt unter osmanischen Einfällen: 1660 wurde sie besetzt und gehörte bis 1692 zum osmanischen Eyâlet Varat, 1703 hielten sie die Kuruzen.
Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts stand die Region unter habsburgischer Herrschaft, und von 1876 bis 1920 gehörte Șimleu zum Komitat Szilágy im Königreich Ungarn. Die Stadt war auch von den Kuruzenkriegen um 1700 und von Kampfhandlungen im Zuge der Revolution von 1848 betroffen. Nach 1920 kam es zu Rumänien, mit einer kurzen Rückkehr zu Ungarn von 1940 bis 1944; im Zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil der jüdischen Einwohner in Vernichtungslager deportiert, woran heute ein Museum erinnert. Die Burg selbst, seit Jahrhunderten verlassen, ist heute eine Ruine. Erhalten sind die Türme an der Ostseite des ersten Mauerrings, der Torturm des zweiten Mauerrings und Teile der Bastionen, die noch den Grundriss einer in mehreren Ringen gebauten Festung erkennen lassen.
Kuriositäten rund um die Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei
- Die Stadt hat mehrere Namen: Șimleu Silvaniei auf Rumänisch, Szilágysomlyó auf Ungarisch und Schomlenmarkt auf Deutsch.
- Ihr mittelalterlicher Name Wathasomlyowa soll „Watas Berg“ bedeuten, wobei Wata ein altturkischer Personenname ist.
- Sieben dakische Festungen umgaben einst die Hügel von Șimleu, um den Salzweg nach Pannonien zu sichern.
- Zwei Schatzfunde aus dem 4. und 5. Jahrhundert wurden 1797 und 1889 auf demselben Grundstück entdeckt.
- Stephan Báthory (1533–1586), unter den Persönlichkeiten von Șimleu aufgeführt, wurde sowohl Fürst von Siebenbürgen als auch König von Polen.
- Die Burg trägt mehrere Bezeichnungen, darunter Báthory-Burg, Báthory-Festung und Șimleu Silvaniei Fort, weil sie sowohl als Schloss als auch als Festung beschrieben wird.
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Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei besuchen: Das lohnt sich
- Die Ruinen zeigen die Türme der Ostseite des ersten Mauerrings, den Torturm des zweiten Mauerrings und Teile der Bastionen.
- In der Stadt sehen Sie außerdem ein Báthory-Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert und eine römisch-katholische Kirche aus demselben Jahrhundert.
- Die alte Synagoge von 1876 beherbergt heute das Holocaust-Museum für Nordsiebenbürgen, einen ernsten Ort, der die Geschichte der örtlichen jüdischen Gemeinde erzählt.
- Etwas außerhalb des Zentrums erstreckt sich das Naturschutzgebiet Teich von Cehei über rund 18 Hektar, und im Kloster Bic steht eine Holzkirche von 1778.
- Die Quellen beschreiben die Zugangsbedingungen zu den Ruinen nicht; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei



Fragen
Wo liegt die Báthory-Burg in Șimleu Silvaniei?
Sie liegt in der Stadt Șimleu Silvaniei im Kreis Sălaj im Nordwesten Rumäniens, in einer Talsenke des westlichen Hügellands, etwa 20 km westlich von Zalău.
Wer hat die Burg in Șimleu Silvaniei erbaut?
Es war die Stammburg der ungarischen Familie Báthory. Sie wird erstmals 1319 erwähnt, doch die Quellen stimmen nicht in jedem Detail ihres Ursprungs überein.
Was ist von der Báthory-Burg heute noch erhalten?
Die Burg ist eine Ruine. Erhalten sind die Türme an der Ostseite des ersten Mauerrings, der Torturm des zweiten Mauerrings und Teile der Bastionen.
Warum wurde die Burg verlassen?
Nachdem die Familie Báthory 1592 ein Herrenhaus in der Stadt gebaut hatte, wurde die alte Burg verlassen und verfiel allmählich.
Wer waren die Báthorys?
Eine ungarische Adelsfamilie, die mehrere Herrscher stellte, darunter Stephan Báthory, Fürst von Siebenbürgen und König von Polen, und Andreas Báthory, 1599 Fürst von Siebenbürgen.
Was gibt es in der Nähe der Báthory-Burg zu sehen?
In der Stadt liegen das Báthory-Herrenhaus, eine katholische Kirche und das Holocaust-Museum; die dakisch-römische Stätte Porolissum ist etwa 33 km entfernt.
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Porolissum
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