Kloster Lainici: ein orthodoxer Rückzugsort in der Jiu-Schlucht
Kloster Lainici (Mănăstirea Lainici) ist ein rumänisch-orthodoxes Mönchskloster in der Jiu-Schlucht im Kreis Gorj, etwa 32 km von Târgu Jiu und 25 km von Petroșani entfernt. Seine alte Kirche stammt vom Anfang des 19. Jahrhunderts, daneben erhebt sich eine große neue Kathedralkirche, eine der ungewöhnlichsten des Landes.
Bis in die 1880er Jahre war Lainici fast von der Welt abgeschnitten und nur über Pfade am Jiu erreichbar; der Überlieferung nach versteckte sich hier einst Tudor Vladimirescu im Mönchsgewand.
Die Geschichte des Klosters Lainici
Die Anfänge von Lainici verlieren sich im Dunkel der Zeit; wann genau das Kloster gegründet wurde, wissen die Historiker nicht. Der Überlieferung nach ließ sich im 14. Jahrhundert der heilige Nikodemus von Tismana, der zur Stärkung der Orthodoxie in die Walachei gesandt worden war, in einer Höhle nahe dem Kloster nieder. Eine andere Überlieferung besagt, die alte Kirche sei zwischen 1750 und 1765 zerstört worden, als die habsburgischen Behörden orthodoxe Klöster in Siebenbürgen verfolgten, obwohl Lainici einige Kilometer jenseits der Grenze lag. Schriftliche Dokumente über das Kloster erscheinen erst ab dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert.
Im späten 18. Jahrhundert kam der Mönch Atanasie aus Tismana und sammelte aus den Bergtälern eine Gemeinschaft von etwa dreißig Mönchen. Nach seinem Tod bauten zwischen 1810 und 1817 einige oltenische Bojaren die Einsiedelei aus Stein wieder auf, mit bis zu einem Meter dicken Mauern. Die heutige Kirche steht an der Stelle der früheren. Ihre Inschrift nennt das Jahr 1817, doch die Restaurierung der Malereien 2008 zeigte ältere Fundamente und drei Bauabschnitte: zuerst Altarraum und Naos, dann der Narthex, zuletzt die Vorhalle, die als Grabstätte der Stifter diente. Den Chroniken zufolge gehörte die Bojarin Stanca Măldărescu zu ihnen; die Inschrift nennt ihren Klosternamen Kalistracta. Die Überlieferung fügt hinzu, dass sich Tudor Vladimirescu auf der Flucht vor den Osmanen hier im Mönchsgewand versteckte und dass die Türken 1817 das Kloster verwüsteten und den Mönch Maxim enthaupteten.
Die Abgeschiedenheit endete nur langsam. Die heutige Straße durch die Schlucht wurde ab den 1880er Jahren von aus Italien geholten Steinmetzen gebaut. Zwischen 1854 und 1900 leitete Abt Irodion Ionescu, mit Unterbrechungen, die Gemeinschaft etwa vierzig Jahre lang. Der Erste Weltkrieg brachte dann schwere Schäden. 1916–1918 waren deutsche Truppen im Kloster einquartiert und brannten es später nieder; die Namen von Soldaten und Offizieren, die dort schliefen, sind noch heute in die Wände des Altarraums geritzt. Wertgegenstände, darunter die Glocken, wurden mitgenommen, das Archiv wurde verbrannt. 1929 begannen sechs Mönche aus dem Kloster Frăsinei unter Abt Visarion Toia den Wiederaufbau und führten ein strenges Gemeinschaftsleben wieder ein.
Der Kommunismus brachte neue Prüfungen. Nach 1947 beanspruchten der Bau der Eisenbahn und der Ausbau der Straße Klosterland, und 1961 verlor Lainici den Status eines selbstständigen Klosters und wurde zum Gästehaus. Die Kirche blieb bis 1970 größtenteils geschlossen. Ab 1975 begann unter Abt Caliopie Georgescu eine schrittweise Erholung, und nach 1989 wuchs die Gemeinschaft. 1990 legte Metropolit Nestor Vornicescu den Grundstein der neuen Kathedralkirche, die auf zwei übereinanderliegenden Ebenen errichtet und 2011 geweiht wurde.
Kuriositäten rund um das Kloster Lainici
- Der Ursprung des Namens „Lainici“ ist unklar. Eine vorgeschlagene Deutung leitet ihn vom altgriechischen lainos, „steinern“, ab, also ein Pass durch steinerne Berge; die Frage bleibt jedoch offen.
- Die Namen deutscher Soldaten und Offiziere, die im Ersten Weltkrieg hier lagen, sind noch heute in die Wände des Altarraums geritzt.
- Die neue Kathedralkirche besteht aus zwei übereinanderliegenden Kirchen. Die untere soll das Leben der Christen vom Jahr 1 bis 313 zeigen, die Zeit der Katakomben, die obere die spätere Geschichte der Kirche.
- 2006 wurde aus dem Kloster Dochiariou auf dem Berg Athos eine Kopie der wundertätigen Ikone „Gorgoepikoos“ („die schnell Erhörende“) gebracht. Sie wurde eigens für Lainici angefertigt und soll die fünfte Kopie der letzten hundert Jahre sein.
- Die Inschrift der alten Kirche nennt die Stifterin Stanca Măldărescu nicht, sondern ihren Klosternamen Kalistracta.
- 2009 wurden nach 109 Jahren die Reliquien des Abtes Irodion Ionescu gefunden, der den Beinamen „Morgenstern von Lainici“ trug.
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Das Kloster Lainici besuchen: Das lohnt sich
- Die alte Kirche vom Anfang des 19. Jahrhunderts, ein Baudenkmal, bewahrt Malereien von 1860 und eine Ikonostase mit Ikonen im byzantinischen Stil.
- Die neue Kathedralkirche daneben fällt durch ihren Grundriss aus zwei übereinanderliegenden Kirchen und ihr geplantes Bildprogramm auf.
- Das Kloster liegt in der Jiu-Schlucht, durch die auch eine Eisenbahnlinie mit 38 Tunneln führt; Straße und Landschaft gehören also zum Besuch.
- Die Festung Bănița liegt etwa 23 km entfernt, Sarmizegetusa Regia etwa 40 km und das Kloster Horezu etwa 49 km; Lainici passt daher gut in eine längere Route durch die Region.
- Es ist ein aktives Kloster; kleiden und verhalten Sie sich respektvoll und prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Kloster Lainici
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Kloster Lainici


Fragen
Wo liegt das Kloster Lainici?
Es liegt in der Jiu-Schlucht im Kreis Gorj, etwa 32 km von Târgu Jiu und 25 km von Petroșani entfernt.
Wann wurde das Kloster Lainici gegründet?
Das genaue Datum ist unbekannt. Die Überlieferung verbindet es mit dem heiligen Nikodemus von Tismana im 14. Jahrhundert, Dokumente gibt es ab dem späten 17. Jahrhundert, und die heutige alte Kirche wurde in den 1810er Jahren aus Stein neu errichtet.
Was ist an der neuen Kirche von Lainici besonders?
Sie besteht aus zwei übereinanderliegenden Kirchen: Die untere ist dem Thema der Katakombenkirche gewidmet, die obere der späteren Geschichte des Christentums. Der Grundstein wurde 1990 gelegt.
Was geschah mit dem Kloster Lainici im Ersten Weltkrieg?
Es wurde 1916–1918 schwer beschädigt. Deutsche Truppen waren dort einquartiert und brannten es später nieder, die Glocken wurden mitgenommen, das Archiv verbrannt.
Ist das Kloster Lainici ein aktives Kloster?
Ja, es ist ein rumänisch-orthodoxes Mönchskloster. Besucher sollten sich respektvoll kleiden und verhalten und die aktuellen Öffnungszeiten prüfen.
Was gibt es in der Nähe des Klosters Lainici zu sehen?
Die Festung Bănița liegt etwa 23 km entfernt, Sarmizegetusa Regia etwa 40 km und das Kloster Horezu etwa 49 km.
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