Kloster Cetățuia: das befestigte Kloster auf dem Hügel über Iași
Kloster Cetățuia (Mănăstirea Cetățuia) krönt einen Hügel im Süden von Iași, der alten Hauptstadt der Moldau. Fürst Gheorghe Duca ließ es im 17. Jahrhundert als Kloster errichten, das zugleich als Festung dienen konnte; Mauern, Glockenturm, Fürstenhaus und Kirche sind bis heute als Ensemble erhalten.
Cetățuia bedeutet „kleine Zitadelle“, und der Name ist verdient. Der Legende nach sagte 1672 ein Sultan beim Anblick der Mauern voraus, das Kloster werde binnen 30 Jahren einstürzen. Es steht bis heute.
Die Geschichte des Klosters Cetățuia
Das Kloster Cetățuia krönt den gleichnamigen Hügel im Süden von Iași, der alten Hauptstadt der Moldau. Der Hügel war einst von Weinbergen, Gärten, Obstgärten und Wald bedeckt. Im Sommer 1666 kaufte Fürst Gheorghe Duca hier von mehreren Eigentümern einen großen Weinberg, wohl um ein Kloster zu gründen, wurde aber bald abgesetzt, und der Plan blieb liegen. Nach seiner Rückkehr auf den Thron begann im Herbst 1668 der Bau eines befestigten Klosters, das im Fall einer Invasion auch als Bollwerk dienen sollte. Der Chronist Ion Neculce hält den Baubeginn fest.
Die Arbeiten gingen zügig voran. Im Frühjahr 1669 waren die Kirchenmauern fast fertig und man suchte Material für das Dach, während in Kronstadt und Danzig Glocken für den massiven Glockenturm am Eingang bestellt wurden. Der Inschrift an diesem Turm zufolge waren Ringmauer, Bastionen und Glockenturm am 10. Juni 1670 fertiggestellt. Die Kirche wurde erst 1672 geweiht, nachdem sie ausgemalt und ausgestattet war. Das Kloster war schon 1670 dem Patriarchat von Jerusalem unterstellt worden, und 1672 bestattete Duca in der neuen Kirche seine Tochter Maria.
Die Legende kennt eine berühmte Szene. Am 10. Juni 1672 soll Sultan Mehmed IV. mit seinem Gefolge den Hügel hinaufgestiegen sein und gefragt haben, was das Kloster gekostet habe. Als er erfuhr, Duca habe 30 Beutel Gold gezahlt, entgegnete er, dafür sei so etwas nicht zu bauen, es müssten mindestens 100 gewesen sein, und sagte voraus, der Bau werde wegen des instabilen Untergrunds binnen 30 Jahren einstürzen. Es geschah nicht. 1682 ließ Duca auf Rat des Patriarchen Dositheos Notaras eine aus Venedig herbeigeschaffte Druckerei mit griechischen Lettern einrichten. Sie arbeitete bis 1698, als sie in das Kloster Sfântul Sava verlegt wurde, und war damals die einzige ihrer Art im ganzen Orient.
Die Mauern machten Cetățuia zur Zuflucht für Fürsten. Constantin Cantemir zog sich hierher zurück, nachdem polnische Streifscharen ihm die Pferde genommen hatten, und sein Sohn Dimitrie Cantemir fand hier 1710 Schutz. Im Januar 1717 erreichte eine Schar österreichischer Soldaten das Kloster und wartete unter den Mauern auf Sturmleitern, während Fürst Mihai Racoviță sich darin aufhielt; tatarische Reiter und moldauische Truppen vertrieben die Angreifer dann. Es folgte der Verfall: Die Westmauer stürzte Anfang des 18. Jahrhunderts ein, die Gebäude dienten fremden Heeren als Getreidelager und Militärlazarett, 1822 wütete ein Brand, und Ende des 19. Jahrhunderts war das Kloster eine Ruine. Instandsetzungen 1896 und 1910–1911 ermöglichten 1911 die Rückkehr der Mönche; weitere Restaurierungen folgten 1930 auf Anregung des Historikers Nicolae Iorga sowie 1964–1971.
Kuriositäten rund um das Kloster Cetățuia
- Der Name Cetățuia bedeutet auf Rumänisch „kleine Zitadelle“, und das Kloster wurde von Anfang an als befestigte Anlage mit Türmen an den Ecken gebaut.
- Der Legende nach besuchte Sultan Mehmed IV. den Ort am 10. Juni 1672, zweifelte, dass das Kloster nur 30 Beutel Gold gekostet habe, und sagte seinen Einsturz binnen 30 Jahren voraus. Die Prophezeiung erwies sich als falsch.
- Eine aus Venedig herbeigeschaffte Druckerei mit griechischen Lettern arbeitete hier in den 1680er und 1690er Jahren und war damals die einzige ihrer Art im ganzen Orient.
- Fürst Gheorghe Duca starb 1685 in Lemberg. Sein Sohn Constantin Duca brachte die Gebeine 1693 heim und bestattete sie in einer Nische der Kirche; eine Grabung 1933 bestätigte, dass dort Überreste liegen.
- Die Klosterküche oder, nach anderer Ansicht, das Badehaus (Hamam) ist das einzige Bauwerk dieser Art, das in einem Klosterensemble erhalten geblieben ist.
- Im Oktober 1911 überflog der Flugpionier Aurel Vlaicu mit seinem selbst gebauten Flugzeug Iași und zog mehrere Kurven um den Hügel und das Kloster.
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Kloster Cetățuia besuchen: Das lohnt sich
- Die etwa sieben Meter hohen Ringmauern umschließen einen fünfeckigen Hof von rund 120 mal 60 Metern, mit Türmen und Schießscharten, die zeigen, wie wehrhaft das Kloster war.
- Die 1673 ausgemalte Kirche der Apostel Petrus und Paulus bewahrt im Narthex das Stifterbild der Familie Duca. Sie ist eine vereinfachte Kopie der Kirche Trei Ierarhi.
- Zum Ensemble gehören ein Fürstenhaus, ein gotischer Saal und ein Museum für mittelalterliche Kunst. Die Nordbastion, „Turm des Pilgermahls“ genannt, bietet einen Panoramablick auf Iași.
- Vom Hügel aus blickt man auch Richtung der berühmten Weinkeller der Stadt, in denen Wein aus dem eigenen Weinberg des Klosters lagert.
- Das Kloster Trei Ierarhi liegt etwa 3 km entfernt, das Kloster Golia etwa 4 km. Prüfen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Kloster Cetățuia
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Fotos: Kloster Cetățuia





Fragen
Wo liegt das Kloster Cetățuia?
Es steht auf dem Hügel Cetățuia im Süden von Iași, an einer Straße gleichen Namens.
Wer hat das Kloster Cetățuia gebaut?
Fürst Gheorghe Duca der Moldau ließ es zwischen 1668 und 1672 errichten. Die Kirche wurde 1672 geweiht.
Warum ist das Kloster Cetățuia befestigt?
Es war von Anfang an zugleich als Kloster und als Bollwerk geplant, in dem Fürst und Bojaren bei einer Invasion Schutz finden konnten. Mehrere Fürsten suchten später tatsächlich hier Zuflucht.
Ist Gheorghe Duca in Cetățuia begraben?
Ja. Er starb 1685 in Lemberg; sein Sohn brachte die Gebeine 1693 in die Kirche und bestattete sie in einer Nische im Narthex.
Was gibt es im Kloster Cetățuia zu sehen?
Die Kirche, das Fürstenhaus, den gotischen Saal, den Glockenturm, die Mauern und ein Museum für mittelalterliche Kunst. Der Turm des Pilgermahls bietet einen Blick über Iași.
Was gibt es in der Nähe des Klosters Cetățuia?
Das Kloster Trei Ierarhi liegt etwa 3 km entfernt, das Kloster Golia etwa 4 km und der Löwenobelisk etwa 5 km.
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