
Cantacuzino-Palast: das Palais des „Nabob“ an der Calea Victoriei
Der Cantacuzino-Palast ist ein Beaux-Arts-Palais an der Calea Victoriei 141 in Bukarest, 1901–1902 für den Staatsmann Gheorghe Grigore Cantacuzino erbaut. Später zog das Nationalmuseum George Enescu ein; es wurde 2021 für eine Restaurierung geschlossen, prüfen Sie daher vor dem Besuch den aktuellen Stand.
In einem Palais für einen wegen seines Reichtums „Nabob“ genannten Magnaten wurde 1913 der Frieden von Bukarest unterzeichnet; später wurde es zum Museum für den Komponisten George Enescu.
Die Geschichte des Cantacuzino-Palastes
Das Palais an der Calea Victoriei wurde 1901–1902 für Gheorghe Grigore Cantacuzino gebaut, einen früheren Ministerpräsidenten und Bürgermeister von Bukarest, der wegen seines sagenhaften Reichtums den Spitznamen „Nababul“, der Nabob, trug. Architekt war Ion D. Berindey, der es im Stil der französischen Beaux-Arts mit einigen Räumen im Neorokoko entwarf. Für die Innenräume wandte sich der Bauherr an die berühmtesten Künstler seiner Zeit: George Demetrescu Mirea, Nicolae Vermont und Costin Petrescu. Vermont schuf sechs Medaillons in Öl auf Leinwand, direkt auf die Wand aufgezogen, drei davon signiert und 1907 datiert.
Das Gebäude hat vier Ebenen: ein Souterrain, ein Erdgeschoss mit Bogenfenstern und steinerner Balustrade, ein Obergeschoss mit französischen Balkonen und ein reich verziertes Dachgeschoss. Die Fassade wird vom Eingangsportal unter einem muschelförmigen Glasdach beherrscht, zu dem eine von zwei steinernen Löwen gesäumte Marmortreppe hinaufführt; Tore und Zäune sind im Stil Ludwigs XIV. gehalten. So entstand ein fürstliches Haus, das als Ort für Bälle bekannt wurde.
Nach dem Tod des Nabob ging der Palast an seinen Sohn Mihail, der 1929 früh starb und ihn seiner Frau Maria, genannt Maruca, hinterließ. Im Dezember 1939 heiratete sie den Komponisten George Enescu. Auch die Politik zog durch die Räume: Am 10. August 1913, am Ende des Zweiten Balkankrieges, wurde hier der Frieden von Bukarest unterzeichnet, durch den Rumänien die Süddobrudscha (Cadrilater) übernahm. In den Jahren rund um den Zweiten Weltkrieg beherbergte das Gebäude die Präsidentschaft des Ministerrats, also die rumänische Regierung.
Nach Enescus Tod 1955 bestimmte seine Frau in ihrem Testament, dass der Palast ein ihm gewidmetes Museum aufnehmen solle. Das Gedenkmuseum wurde 1956 eingerichtet und trägt seit 1990 den Namen Nationalmuseum George Enescu. Besichtigt werden konnten nur etwa fünf Räume, die übrigen waren von Institutionen belegt. 2021 wurde das Museum für eine auf zwei Jahre angesetzte Restaurierung geschlossen; laut Wikipedia war es 2026 noch immer geschlossen.
Kuriositäten rund um den Cantacuzino-Palast
- Gheorghe Grigore Cantacuzino erhielt wegen seines sagenhaften Reichtums den Spitznamen „Nababul“, der Nabob.
- Zwei steinerne Löwen säumen die Marmortreppe zum Eingang, der unter einem muschelförmigen Glasdach liegt.
- Der Frieden von Bukarest, der den Zweiten Balkankrieg beendete, wurde am 10. August 1913 in diesem Palast unterzeichnet.
- Zwei der Medaillons von Nicolae Vermont, „Hirt mit Schafen“ und „Bäuerin mit Gefäß“, sind unmittelbar vom Werk des Malers Nicolae Grigorescu inspiriert.
- Der Palast war häufig Schauplatz von Bällen, und seine Innenräume schmückten einige der bekanntesten rumänischen Künstler ihrer Zeit.
- Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude Sitz der Präsidentschaft des Ministerrats.
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Cantacuzino-Palast besuchen: Das lohnt sich
- Die Fassade ist von der Calea Victoriei aus die Hauptsehenswürdigkeit: die Marmortreppe, die zwei steinernen Löwen, das muschelförmige Glasdach sowie Tore und Zäune im Stil Ludwigs XIV.
- Im Palast ist das Nationalmuseum George Enescu untergebracht, das 2021 zur Restaurierung geschlossen wurde und 2026 noch als geschlossen gemeldet war; prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie planen.
- Bei geöffnetem Museum sind etwa fünf Räume zugänglich; zu den Beaux-Arts- und Neorokoko-Interieurs gehören Nicolae Vermonts Medaillons über den Türen des Flurs.
- Weitere Orte dieser Website liegen in der Nähe: die Kretzulescu-Kirche etwa 1 km entfernt, das Kloster Stavropoleos und die Basarab-Überführung etwa 2 km, das Kloster Antim etwa 3 km.
- Die Besuchsregelungen können sich ändern; prüfen Sie daher vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Cantacuzino-Palast
Fotos: Cantacuzino-Palast





Fragen
Wo liegt der Cantacuzino-Palast?
Er steht an der Calea Victoriei 141 im Zentrum von Bukarest in Rumänien.
Wer hat den Cantacuzino-Palast erbaut?
Er wurde 1901–1902 für Gheorghe Grigore Cantacuzino nach Plänen des Architekten Ion D. Berindey im Stil der französischen Beaux-Arts errichtet.
Kann man den Cantacuzino-Palast besichtigen?
Er beherbergt das Nationalmuseum George Enescu, das 2021 zur Restaurierung geschlossen wurde und 2026 noch als geschlossen gemeldet war. Prüfen Sie vor dem Besuch den aktuellen Stand.
Was geschah 1913 im Cantacuzino-Palast?
Hier wurde am 10. August 1913 der Frieden von Bukarest unterzeichnet, der den Zweiten Balkankrieg beendete.
Welche Verbindung gibt es zwischen dem Cantacuzino-Palast und George Enescu?
Der Komponist heiratete im Dezember 1939 Maria Cantacuzino, genannt Maruca. Nach seinem Tod 1955 wurde der Palast zu einem ihm gewidmeten Museum, gegründet 1956.
Was gibt es in der Nähe des Cantacuzino-Palastes zu sehen?
Die Kretzulescu-Kirche ist etwa 1 km entfernt, das Kloster Stavropoleos und die Basarab-Überführung etwa 2 km, das Kloster Antim etwa 3 km.
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